Chronik
 

Kleingartenverein "Heinrich-Förster" e.V. Stoffeler Damm 79a  40225 Düsseldorf  Telefon: 0211 - 3179455  Fax: 345119

Vereinsgaststätte Försterhaus    Familie Schneider    Stoffeler Damm 79    40225 Düsseldorf   Telefon: 0211 - 335481

Schwere Zeiten 1941 - 1949

Bedingt durch Kriegseinwirkungen wurden im Frühjahr 1941 Mitglieder des Gartenvereins „Bilker - Heimatfreunde" an den damaligen Gantenbergweg umgesiedelt. Betroffen hiervon waren 20 Gartenfreunde mit ihren Familien, welche im heutigen „Grünen Winkel" eine neue Bleibe fanden.         

Die ursprüngliche Namengebung der neuen Siedlung, „Kleingarten-Daueranlage am Gantenbergweg", wurde noch im gleichen Jahr umbenannt in „Kleingärtnerverein Heinrich Förster e.V.“ (Heinrich Förster war ein Mitbegründer der deutschen Kleingartenbewegung)

Ein Dokument ist uns aus dieser Zeit erhalten geblieben. Es zeigt einen Plan der Anlage aus dem Jahre 1943. Wir haben diese Urkunde restauriert und in einen Bildrahmen gezogen. Sie befindet sich heute als Wandschmuck in unserem Geschäftszimmer.

Die Anlage bestand zu dieser Zeit noch aus richtigen Schrebergärten, welche im Sinne des Gründers der Kleingartenbewegung, Dr. Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808 - 1861), angelegt wurden.

Mehr aus der Not der Zeit war alles auf eine zusätzliche Ernährung mit Kartoffeln und Gemüse ausgerichtet. Zur Erntezeit schoben die Mitglieder Nachtwache, um das mühsam Gepflanzte vor Eindringlingen zu beschützen. Zweckentfremdete Gartengeräte erwiesen sich als wirkungsvolle Abwehrwaffen.

Nach 1950 normalisierte sich die Versorgungslage und es wurden mehr Obststräucher und Bäume angepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt war die Anzahl der Mitglieder des Vereins bereits auf 180 angewachsen.

Ein Neubeginn 1949

Im Juni 1949 wurde ein neuer Vorstand mit gewählt, unter dessen Leitung die Anlage so ausgebaut wurde wie sie sich bis zum Bau der Fleher Brücke darstellte.         

Vernünftige Wege mit einer Ascheauflage wurden angelegt, es entstand eine große Spielwiese, ein Geräteschuppen und es wurde der erste Schießstand gebaut. Jeder half jedem bei der Organisation wichtiger Gebrauchsgegenstände, aber auch durch aktives Hand anlegen.

Es war wie in einer großen Familie, Gemeinsinn stand im Vordergrund, ein Gedanke, der heute ein wenig ins Hintertreffen geraten ist. Ausgenommen hiervon sind die zahlreichen Feiern, aus welchem Grund sie auch immer stattfinden. Mittlerweile war auch die erste Bauphase des Vereinsheimes ab geschlossen. Es wurde 1953 um einen Küchen- und Toilettentrakt erweitert. Die Mitgliederzahl betrug jetzt ca. 200.

Das erste Gartenfest wurde im Jahr 1950 durchgeführt und seitdem auch keines mehr ausgelassen. Kindernachmittag, Rheinischer Abend, Sonntag-Frühschoppen, das Ausschießen eines Gartenkönigs und ein damit verbundener Krönungsball waren die Höhepunkte. Ganz besonderer Beliebtheit erfreute sich das Fest der Frauen am Montagnachmittag. Diese Traditionen werden auch heute noch mit geringen Veränderungen fortgeführt. Später wurden auch die Jahreshauptversammlungen im Festzelt durchgeführt.

Am Rande der Spielwiese wurde 1964 ein neues Gerätehaus mit Geschäftszimmer in Eigenarbeit erstellt. Das frühere Geschäftszimmer war zugunsten einer Küchenerweiterung geopfert worden.

In den Jahren 1967 bis 1970 wurden nochmals ca. 30 Gärten auf unserem Gelände erstellt. Mit etwa 230 Mitgliedern erreichte der Verein die höchste Mitgliederzahl.

Es begann eine relativ ruhige Zeit für die Gartenfreunde von "Heinrich Förster", bis auf den Bau eines städtischen Abwasserkanals, bei dem einige Gärten ganz verloren gingen oder teilweise betroffen waren.

Aber dann zogen schwarze Wolken auf. In der städtebaulichen Gesamtplanung unserer Stadt wurde schon seit längerer Zeit der Bau einer zusätzlichen Rheinbrücke zwischen dem Ortsteil Düsseldorf-Flehe und der Stadt Neuss diskutiert. Die Planungen nahmen Formen an und neue Probleme und Sorgen kamen auf uns zu.

Die "Fleher Brücke" 1976 - 1979

Ausgerechnet während des Gartenfestes 1976 hatte man den Vorstand ins Rathaus zu einem Gespräch gebeten.          

Uns wurde eröffnet, dass der Bau der Fleher Brücke mit Anbindung an die A 46 beschlossene Sache sei. Die Trasse der Auf- und Abfahrten führte mitten durch unsere Anlage. Betroffen waren über 50 Gärten welche ganz verloren gingen; ca. 15 Gärten mussten als Teilverlust gebucht werden.          

Als Ersatz wurde ein Gelände im „Himmelgeister Bogen“, weit außerhalb der Stadt angeboten.

Alte Bäume verpflanzt man nicht. Viele Gartenfreunde gaben auf, nur etwa 10 Personen wagten den Neuanfang.

Die Bewerberliste für Gartenanwärter wurde zunächst gestoppt. Nur so konnten wir wenigstens einigen Betroffenen einen internen Ausgleich anbieten.         

Unsere Projektverdrängten Mitglieder, welche mühevoll von vorne anfingen, gründeten mit anderen, ebenso verlagerten Gartenfreunden verschiedener Vereine 1979 den Gartenverein "Im Himmelgeister Bogen".

Das Zusammenleben der getrennten Gartenteile unserer Anlage hatte zwar allein durch die räumliche Distanz ein wenig gelitten, funktioniert aber nach dem Bau einer Verbindungsbrücke wieder recht gut.

Die Zeit danach

Vertraut mit dem Rauschen der Autobahn ging das kleingärtnerische Leben weiter, unterbrochen von den üblichen „Wehwehchen", welche wir Vereinsintern jedoch meistern konnten. Unser Vereinsheim, immer noch zu klein, wurde um einen Saal erweitert. Bei dieser Gelegenheit genehmigte sich der Vorstand ein neues Geschäftszimmer, da das alte die Fleher Brücke ebenfalls nicht überlebt hatte. Auch ein neues, größeres Gerätehaus mit einer heute gut ausgestatteten Werkstatt wurde gebaut.         

Zur allgemeinen Erleichterung der Gartenarbeit wurden technische Hilfsmittel, wie Motorgetriebener Vertikutierer und eine starke Fräsmaschine, angeschafft. Ebenso ein kräftiger Schredder zur Zerkleinerung von Ast- und Strauchwerk, um die immer höher steigenden Abraumkosten über die Container zumindest zu reduzieren.

Unser Verein heute

Im Vorstand kam es zu gravierenden Veränderungen. Der damalige 1.Vorsitzende, Friedrich Knaup, hatte sich 21 Jahre um den Verein verdient gemacht und nahm im Jahr 1989 seinen Abschied.

Von 8 zu besetzenden Posten mussten gleich 7 Positionen neu oder umbesetzt werden. Zum neuen Vorsitzenden wurde der langjährige 2.Vorsitzende, Wolfgang Kern, gewählt. 

Um den immer größeren Arbeitsumfang, meist bedingt durch einen übermäßigen Formalismus der Behörden, gerecht zu werden, wurden im Geschäftszimmer Maßnahmen zur Bewältigung der Arbeit getroffen. Neben einer all gemeinen Renovierung und der Stellung von Systemmöbeln, wurden ein Fotokopiergerät und ein Personal Computer angeschafft. Die Tätigkeit von Kassierern und Schriftführern wird hierdurch erheblich erleichtert und deren Freizeit wieder etwas mehr in den Garten verlagert.

Harren wir der nächsten Dinge. Wieder sind Schwarze Wolken angesagt, da die Entsorgungsprobleme von Kleingärten zur Zeit im Mittelpunkt von Politik und Stadtverwaltung diskutiert werden. Irgendwie werden wir auch die neuen auf uns zukommenden Probleme meistern, sowie bisher.

Hauptsache sie bleiben uns erhalten, unsere kleinen Welten.

 

Zum Schluß ein "Dankeschön"

Der amtierende Vorstand nimmt die Gelegenheit wahr, sich bei allen Mitgliedern, welche sich tatkräftig an dem Aufbau unserer Anlage, den Einrichtungen des Vereins sowie an der Gestaltung der Vereinsgeschicke beteiligt haben, recht herzlich zu bedanken.

Wir wünschen allen Mitgliedern noch viele Jahre in Gesundheit und hoffen auf eine weitere gute Zusammenarbeit zum Wohle unseres Vereins.

Der Chronist,

Wolfgang Kern ( 2007)


2008 - Ein neues Wort in eigener Sache

Der Verein erinnert hier an Wolfgang Kern, welcher sich als treuer Gartenfreund, Chronist und auch als 1.Vorsitzender in höchstem Maße um unseren Verein verdient gemacht hat.

Zwölf Jahre war Wolfgang Kern als 2. Vorsitzender des KGV tätig, als er im Jahre 1989 den Vorsitz übernahm, den er bis zum Jahre 2007 ausgeführt hat. Somit verdienen unglaubliche 30 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit für unseren Verein Hochachtung und Respekt.

Für den neuen Vorsitzenden ist es eine höchst ehrenvolle Aufgabe, dieses “Erbe“ anzutreten, und die Vereins-Chronik in Wolfgang Kerns Sinne weiterzuführen.

Düsseldorf, im Januar 2008

Johannes Volpert 

1. Vorsitzender  © 2012


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